Mit dem Mountainbike entspannen? Das ist doch anstrengend!

Zugegeben: sich stundenlang mit dem Mountainbike einen Berg rauf zu quälen und sich dann völlig verschwitzt in eine halsbrecherische, saugefährliche Abfahrt zu stürzen klingt nicht wirklich nach Entspannung. Aber dennoch ist eine Transalp mit dem MTB eines der lohnendsten Vorhaben, was man angehen kann. Sich über steinige, holprige Wege und Pfade einen Pass erarbeiten und die Weite der Alpen von einer Passhöhe aus zu sehen, die man aus eigener Kraft erklommen hat, ist die schiere Belohnung. Ähnliches empfinden Bergsteiger, wenn sie einen Gipfel erklommen haben.

Wenn die Erschöpfung nachlässt, kommt der Stolz auf das was man erreicht hat und der Genuss über die Schönheit der Natur, die einen umgibt, ganz von alleine. Sich dann in einer Berghütte über ein riesiges Essen herzumachen und später glücklich ermüdet in einen gesunden Schlaf (ist allerdings auch ein wenig von der Höhe abhängig) zu sinken das ist in meinen Augen die schiere Lebensqualität. Man kann das, was man hat, unmittelbar geniessen. Man braucht keinen teuren Wein, keine Austern, keinen Kaviar, keinen Schampus. Man ist aus sich selbst heraus glücklich, weil man etwas geschafft und ein selbstgestecktes Ziel erreicht hat. Ich stimme mit Jochen Schweizer vollkommen überein wenn er sagt, dass Erlebnisse glücklicher machen als materielle Dinge wie zum Beispiel Geld zu besitzen. Aber Ziele zu erreichen macht noch glücklicher! Freiwillige körperliche Anstrengung schüttet Dopamin im Gehirn aus, das wiederum die Belohnungszentren im Gehirn ansteuert. Wie glücklich machen dann durch körperliche Anstrengung erreichte Ziele? Wer’s nicht erlebt hat, und damit schließe ich den Kreis zu Jochen Schweizer wieder, wird es niemals fühlen können! Probieren Sie es aus!

Menschen, die in den Bergen leben und körperlich arbeiten, werden sich jetzt wundern, weil sie das ja schon immer hatten und wussten. Aber für die meisten Flachlandtiroler, die vielleicht einen Bürojob machen und abends zwar irgendwie müde, aber nicht so richtig gefordert nach Hause kommen, kann das eine Art Erlösung darstellen. So fühlt es sich an zu leben: Den ganzen Tag an der frischen Luft, körperlich aktiv, abends hungrig und danach müde und sich dennoch auf den nächsten Morgen freuen. Und komisch: es fühlt sich so an als wären wir genau dafür geschaffen worden und vielleicht ist das ja sogar so? Körperliche Anstrengung und Glücksgefühle hängen entwicklungsbiologisch wirklich miteinander zusammen. Und dazu kommt noch etwas anderes: erhöhte kognitive Fähigkeiten! Wie das zusammenhängt werde ich einem anderen Beitrag erklären. So viel sei aber gesagt: Das ist keineswegs nur subjektives Empfinden, sondern eine wissenschaftlich bewiesene Tatsache.

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