Die Folgen unseres hektischen Lebensstils

Unser Lebensstil ist sehr folgenreich. Hier will ich mich aber nur mit den Folgen für uns selbst beschäftigen. Ich gehe nicht darauf ein, was wir Tieren antun und was wir an Natur  vernichten. Das würde den Rahmen eines Blog sicherlich bei weitem sprengen. Aber was unser hektischer Lebensstil für uns selbst für Konsequenzen? Insbesondere Schlaf scheint in manchen Kreisen als Luxus zu gelten. Warum?

Es ist mittlerweile nachgewiesen, dass zu wenig Schlaf zu Übergewicht führt, von den Gemütserkrankungen mal ganz abgesehen. Es gibt ein Optimum, das so ca zwischen 6-8h Schlaf pro Nacht liegt. Bei dauerhaft weniger wird man einfach krank bzw. die Wahrscheinlichkeit erhöht sich erheblich. Das kann dann im extremsten Fall bis zum Burnout gehen vor dem alle Firmen sich fürchten. Danach geht dann erst einmal gar nichts mehr für eine Weile. Ich will niemanden von Arbeit abhalten. Wenn man eine Aufgabe gefunden hat, die einen vollkommen erfüllt, dann ist das ein Geschenk. Leider jedoch ist es heute so, dass die Leute einem Broterwerb nachgehen und das Streben nach der Selbstverwirklichung bei den meisten durch die Umstände auf der Strecke bleibt. Aus solchen Situationen entwickelt sich in vielen Fällen ein Burnout. Und dann trifft es meistens oft auch gerade noch die, die sich für andere aufopfern. Irgendwann ist die Batterie alle und die Energie aufgebraucht. Entweder Sie haben eine Aufgabe, deren Erfüllung sie glücklich macht, dann brauchen Sie bei allem Einsatz keine Angst vor einem Burnout zu haben oder Sie haben eine Aufgabe, die sie bis an die Grenzen fordert, wo ein riesiger Druck auf Ihnen lastet, aber keine Belohnung kommt und keine Kontrolle mehr vorhanden ist.

Aber das ist ja nur die extremste Form der Zivilisationskrankheit. Dazwischen gibt es noch eine Riesenmenge an Beschwerden, die man oft gar nicht auf die Arbeit oder seinen Lebensstil zurückführt, die aber dennoch die Ursache dafür sind. Hoher Stress im Allgemeinen ist eine anerkannte Ursache für verschiedene körperliche Leiden. Es ist dann mitunter als wolle der Körper ein Alarmsignal setzen, weil unser rastloser Geist gar nicht mehr loslassen kann. Ich persönlich habe einmal kreisrunden Haarausfall gehabt und mein Arzt meinte damals, dass meistens Stress der Auslöser für diese Autoimmunreaktion des Körpers ist. Ich habe dann ein wenig zurückgedreht und nach ein paar Monaten war es ausgestanden und meine Haare sind wieder nachgewachsen. Später sind sie dann an anderen Stellen ausgefallen, aber das ist erblich bedingt und nicht zu ändern bei mir.

Meistens ist es jedoch die Kombination verschiedener Faktoren, die uns krank machen: Der Druck und der Stress führen dazu, dass man sich keine Zeit für richtiges, gutes Essen („Lunch ist für Loser“[sic]) und ausreichend Schlaf nimmt. Daraus entsteht Übergewicht und als Folge davon oft Gelenkschäden, Gefäßkrankheiten und Rückenbeschwerden. Wenn noch Rauchen dazu kommt, dann kommt noch ein weiterer Faktor dazu, ebenso wie der beständig steigende Medienkonsum und der daraus resultierende Bewegungsmangel. Und schon ist ein super Cocktail angerührt mit dem sich prima krank werden lässt. Aber nicht so ein bisschen krank, sondern so richtig mit langfristigen Schäden und dauerhafter Einnahme von Medikamenten und unumkehrbaren Effekten. Im schlimmsten Falle sogar Krebs, weil die Zellen durch Jahrzehnte falscher Ernährung falsche genetische Informationen bekommen haben und denken wuchern zu müssen. Willkommen in der Wüste der Wirklichkeit. Ein paar Jahre geht das gut, bevor es ausbricht, weil unser Körper wirklich sehr widerstandsfähig ist, aber früher oder später kommt ein Einbruch. Bei manchen kommt er Mitte 30 bei andern Mitte 50. Aber in allen Fällen hat es eine massive teilweise dauerhafte Einschränkung der Lebensqualität zur Folge. Und das bei all der Intelligenz, dem Fortschritt, den wir meinen den Steinzeitmenschen voraus zu haben? Da ist doch ein Bruch in der Logik: Wir halten uns für intelligenter und gebildeter, aber lassen uns in absolut selbstvernichtende Abhängigkeiten zwingen? Was stimmt hier nicht?

Aber, und das will ich hier ganz klar betonen, wir können etwas dagegen tun. Und das Rezept ist gar nicht schwierig. Es liegt in uns selbst: Wir müssen die Initiative ergreifen und etwas tun. Dazu müssen wir aber eine Entscheidung treffen, ob wir das weiterhin akzeptieren wollen oder etwas dagegen tun wollen.

Übernehmen Sie wieder die Kontrolle über Ihr Leben!

Die Rezepte gegen das langsame Siechtum sind eigentlich uralt und bewährt. Richtig Essen, ausreichend Bewegung, ausreichend soziale Kontakte. Damit wären schon die wichtigsten genannt. Fällt Ihnen auch auf, was ich nicht genannt habe? Chillen, entspannen, ausruhen, sich schonen. Das sind nämlich alles passive Dinge. Meistens münden diese Dinge nämlich in Medienkonsum und Bespaßung von außen. Ich lasse aktive Entspannungsmethoden wie Yoga oder ähnliches weg, was ich zwar nicht praktiziere, aber für absolut sinnvoll halte. Aber das ist ja auch keineswegs passiv, sondern eigentlich sehr anstrengend.

Also runter vom Sofa. Müdigkeit bekämpft man perfekt mit Bewegung. Spazierengehen oder Wandern ist ja schon einmal ein Anfang. Haben Sie einen Hund? Dann gehen Sie mit ihm raus. Er wird sich freuen und sie werden aktiver und gesünder. Allerdings muss ich Ihnen gleich eines mitteilen: Das Wetter darf dabei keine Rolle spielen (ausgenommen echte Unwettersituationen)! Mit der richtigen Kleidung ist ein Spaziergang auch bei Kälte, Regen, Schnee eine absolute Bereicherung. Und es ist zusätzlich Abhärtung des Immunsystems und Training für den Körper, um einfach widerstandsfähiger zu werden. Bringen Sie Ihren Kreislauf in Schwung. Leider gibt es auch keine medialen Abkürzungen: eine Doku über Polarforscher, eine Wintersportsendung im Fernsehen oder ein Vortrag über eine Himalaya Besteigung ersetzen die eigene Bewegung nicht. Sie müssen schon selbst aktiv werden und sich durch ein paar, evtl. sogar anfänglich unangenehme Situationen durcharbeiten. Vor den Erfolg, das Glück oder die Zufriedenheit hat irgendjemand leider erstmal den Schweiß gestellt auch wenn die Werbung für die ganzen Abnehm- und Fitnessprogramme was Anderes suggerieren. Das gehört irgendwie dazu. Ach ja, Fitness-Programme zuhause vor dem Bildschirm, im Internet oder sogar im Fitnessstudio sind aus meiner Sicht Geldverschwendung. Ich werde das an anderer Stelle mal ausführen, weil es hier zu weit weg von der eigentlichen Idee des Artikels führt.

Aber das alles soll Sie zu einem motivieren: Sie übernehmen die Kontrolle über Ihr Leben wieder. Sie lassen sich nicht mehr von den Umständen vor sich her treiben, sondern Sie sind der Chef über Ihre Zeit. Sie setzen die Pausen, die Akzente, die Belastungen. Und Sie setzen die Grenzen. Wenn Sie es nicht tun, werden es andere tun und dann sind Sie keinen Schritt weiter. Ergreifen Sie die Initiative und übernehmen Sie die Kontrolle über Ihr eigenes Leben. Das wird vor allem am Anfang unbequem für Sie. Aber vor allem für Ihre Umwelt. Da werden sich Leute daran gewöhnen müssen, dass Sie sich nicht mehr einfach so rumschubsen und ausnützen lassen. Ich will hier der Individualisierung und dem allgemeinen Egoismus der Menschen nicht das Wort reden, aber ein klein wenig mehr an Selbstbestimmtheit und an sich selbst denken ist durchaus eine gute Sache. Helfen Sie Ihrer Umwelt damit umzugehen, helfen Sie Ihren Mitmenschen Dinge selber zu erledigen, die sie sonst gemacht haben und schon sind Sie ein Stückchen weiter. Ebenso wie Sie werden auch andere an ihren Aufgaben wachsen!

Und essen Sie richtig! Gehen Sie nicht aus Zeitmangel mal schnell Fastfood essen, oder nur Süßigkeiten und dann abends noch mal so richtig reinhauen! Das sind die Fallen, die das moderne Leben für uns aufgestellt hat. Essen Sie richtig: Frühstück, Mittagessen und Abendessen. Machen sie lange Pausen zwischen den Mahlzeiten, aber nehmen Sie sich die Zeit das dann richtig zu tun (das gehört auch zu den Grenzen, die sie ziehen sollten!) und überlegen Sie was Sie essen. Die Zeitschriften sind voll mit Tipps dazu.

Ganz prinzipielle Tipps sind:

  • Weniger Kohlehydrate (bsp. Brot, Nudeln, Pizza, Pommes)
  • Mehr Eiweiß (Fisch, Geflügel, Hülsenfrüchte, Pilze, Joghurt, Quark)
  • Bessere Fette (Olivenöl, Traubenkern, Nussöle, kaltgepresst)
  • Weniger industriell zubereitetes Essen und mehr selbst zubereitetes Essen (schmeckt nicht nur besser, ist auch gesünder)

Das sind nur ein paar ganz einfache Hinweise, aber sie wirken absolut, wenn Sie diese berücksichtigen. Das solls an dieser Stele auch erst einmal gewesen sein mit den Gedanken über unseren hektischen Lebensstil. Und denken Sie daran: Übernehmen Sie die Kontrolle! Je hektischer, wilder, panischer es wird, desto ruhiger und kontrollierter sollten Sie reagieren können.

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